Aikido ist eine moderne Weiterentwicklung traditioneller japanischer Kampfkunst. Manchmal werde ich gefragt, warum ich als Therapeut und Familienberater eine solche Sportart betreibe. Davon abgesehen, dass es mir Spaß macht und für den Körper belebend wirkt, ist es so, dass Aikido eher als „Friedenskunst“ zu verstehen ist.
Tatsächlich habe ich Aikido erstmals 1982 als Teil eines Seminars zum Thema „Kommunikation und Streitkulturen in Familien“ kennengelernt. Ich fand es damals (und heute immer noch) faszinierend, wie ohne Worte dargestellt wurde, wie eine positive „win-win“ Konfliktlösung aussehen kann. Die Teilnehmer wurden damals ermutigt, einige einfache Übungen auszuprobieren; Dabei konnte ich spürbar im Körper erleben, wie es möglich ist, durch eine innere und äußere Haltungsänderung ein Gegeneinander in ein Miteinander umzuwandeln.
In der systemischen Praxis Dietkirchen gehört die körperliche Darstellung von Konflikten und deren mögliche Lösungsansätze zum Repertoire in der Paar- und Familienberatung.
Was hat „richtig Streiten“ aber mit Gesundheit zu tun? Ungelöste Konflikte in Familien belasten Körper und Seele. Diese beiden Aspekte des Gesamtorganismus stehen in direkter Wechselwirkung miteinander. Positive Konfliktlösungsstrategien können einen wichtigen Beitrag leisten, um gesund zu bleiben oder insbesondere wieder gesund zu werden. Lebensenergie, die bislang durch psychische Belastungen gebunden wurde, wird dann frei gesetzt und steht den Selbstheilungskräften des Körpers wieder zur Verfügung.
Und was heißt nun „richtig Streiten“? Der wichtigste Aspekt hierzu ist, dass die Beteiligten wissen, dass sie FÜR etwas streiten (nicht gegen), z.B. FÜR die Beziehung, FÜR die Familie. (Wir streiten NICHT, um Macht auszuüben, zu gewinnen, den anderen zu verletzen oder Recht zu haben.) Positiver Streit ist dafür da, um Standpunkte, Sichtweisen, Beweggründe, aber auch Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und Lösungen von Differenzen auszuarbeiten. Wir wollen verloren gegangene Harmonie wieder herstellen. Dies schafft gegenseitiges Vertrauen, die Individualität der einzelnen Familienmitglieder wird geachtet und gefördert und es sorgt für Spannungsabbau im System und in den Individuen.
Weitere Hauptmerkmale vom „richtigen Streiten“ sind: • Respektvoller Umgang auf Augenhöhe • Dem anderen gut zuhören und sich in den anderen hinein versetzen • Jeder redet über sich und seine eigenen Bedürfnisse, anstatt mit dem Finger auf den anderen zu zeigen.
Zu diesen sowie vielen weiteren Punkten sind schon ganze Bücher geschrieben worden, und vollständige Erklärungen würden natürlich den Rahmen dieses Artikels sprengen. Vielleicht halten wir dazu dieses Jahr einen Vortrag, oder Sie besuchen uns bei Bedarf in der Systemischen Praxis Dietkirchen?
Fazit: „Richtig Streiten“ lernen lohnt sich! (Und unsere Aikido Schule in Diez freut sich über Interessierte!)
Ein stabiles soziales Umfeld ist entscheidend für den Heilungsprozess
Foto: Petra Dirscherl / pixelio.de
Eine Krebsdiagnose stellt für Betroffene und auch das Umfeld eine große Herausforderung dar. Es kommt zu Ängsten, Überforderungssituationen und Änderungen des gesamten Lebens – hinzukommend zu den ohnehin sehr intensiven und schwierigen Behandlungssituationen. Auch existentielle Ängste, sowohl bei der erkrankten Person selbst, jedoch gleichwohl im Umfeld kennzeichnen die Situation.
Durch meine persönliche und berufliche Erfahrung sowohl als Therapeutin und Mediatorin, als auch im Vorfeld als Krankenschwester bin ich mir der Bedeutung eines stabilen Umfeldes und einer guten Kommunikation innerhalb der Belastungszeit, sowie darüber hinaus sehr bewusst. Ebenso ist es nicht immer leicht, weder für Betroffene als auch für Partner oder Kinder / Freunde / Kollegen etc. auftretende Gedanken, Emotionen und Wünsche zu äußern, was seinerseits zusätzlich zu Spannungen und Unsicherheiten führt.
Mein systemischer Ansatz bemüht sich um die Einbeziehung aller Mitglieder, um Ängste abzubauen. Durch die Lösung von offenen und unterschwelligen Konflikten, sowohl mit sich selbst als auch mit der Umwelt, entsteht ein positives Umfeld, welches dem Umgang mit der Situation erleichtert, Klarheit schafft um den eigenen Weg und die eigene Entscheidung zu erkennen, sowie durch den Rückhalt und die positiven Emotionen entstehende Energie für den Heilungsprozess frei werden lassen kann.
Die Stabilität sozialer Gefüge und Beziehungen hat großen Einfluss auf unsere empfundene Lebensqualität. Hier einen Beitrag leisten zu können mit und für Menschen in Krisensituationen, aber auch zur Verbreitung bereits „überstandener“ Stresssituationen, stellt meine Motivation und meinen Antrieb dar.
„Alles befindet sich immerwährend im Wandel, jedoch ist es unsere Entscheidung, wie wir mit dem Wandel und der neuen Situation umgehen möchten und was wir daraus machen.“
Nach einer Studie des berühmten Gesprächstherapeuten Carl Rogers, die von dem Philosophen E.T. Gendlin durchgeführt wurde, gab es nach einer Beobachtung von über 15 Jahren von mehreren tausend Therapiegesprächen eine große Entdeckung: Nicht die Technik des Therapeuten ist entscheidend, auch nicht worüber der Klient spricht, sondern wie er über ein Erlebnis spricht. Ob es ihm dabei gelingt, auf sein körperliches Erlebnis hier und jetzt Bezug zunehmen.
Nicht nur die intellektuelle, vernunftbetonte Auseinandersetzung mit einem Problem, sondern die körperliche Resonanz, das Bauchgefühl dazu, ist entscheidend.
Stellen Sie sich einen Bergsteiger vor, der kurz vor seinem Ziel bei guten Wetterbedingungen und vorhandener Fitness kurz vor dem Gipfel umkehrt. Er handelt auf den ersten Blick nicht logisch. Er handelt allenfalls aus einer „inneren Logik“ heraus, vielleicht aus einem Gefühl aus der Magengrube, welches er mit Worten zunächst nicht beschreiben kann.
Ein erfahrener Bergsteiger hat während seiner Touren mehr Informationen aufgenommen, als sein Bewusstsein jemals verarbeiten kann. Es sind Geräusche, Wettersignale, Unebenheiten auf der Strecke, Vegetation usw.! Solange diese keine Gefahr darstellen, werden sie unbewusst verarbeitet und bleiben verborgen. Ausdrücklich benannt werden sie erst, wenn sie im Rahmen eines Gespräches durch sprachliche Rekonstruktion ins Bewusstsein gelangen. Das heißt: Kopf und Körper gehen miteinander in Dialog. Der Körper hat ein „Gedächtnis“ und ist umfangreicher als unser Hirn. In diesem Moment „ist man eine gewisse Zeit mit etwas“, das man körperlich spürt und von dem man – obwohl es etwas noch Unklares ist – weiß, dass es mit irgendetwas im eigenen Leben zu tun hat.
Diese Art des psychotherapeutischen Arbeitens praktiziere ich nun seit einigen Jahren: Man nennt sie auch „Focusing“! Es ist für mich eine unverzichtbare Art um Information über das Unklare im Hier und Jetzt zu bekommen, um sich damit einen Freiraum für belastende Gefühle zu verschaffen. Ein stickiger Raum bekommt frische Luft, es ist wie ein Aha-Erlebnis. Wir dürfen nicht vergessen „unser Körper ist das Barometer der Seele“!
„Lange saßen sie dort und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer, und das war ein Trost. Leicht war es trotzdem nicht.“
Astrid Lindgren
Foto: Hans Kretzmann from Pixabay.com
Wenn eine Krebserkrankung trotz Behandlung fortschreitet und die Hoffnung auf Heilung immer kleiner wird, steigt der Belastungspegel in der Familie steil an: Verzweiflung, Wut, Trauer, bedrückte Stimmung und oft völlige Sprachlosigkeit machen sich breit. Auch wenn es sicherlich zu den schwierigsten Aufgaben für Eltern gehört, über das Sterben und den Tod zu sprechen, ist es dennoch wichtig, die Situation beim Namen zu nennen und sie dem Kind zu erklären. Vielen Problemen und Kummer wird vorgebeugt, wenn Kinder und Jugendliche in das einbezogen werden, was geschieht oder geschehen wird. Eltern sollten nie vergessen, dass Liebe, Offenheit und Vertrauen im Umgang mit ihren Kindern eine sehr gute Basis für die gemeinsame Trauerbewältigung ist. Kinder haben einen ganz anderen Zugang zum Tod als Erwachsene. Während Erwachsene oft unter einer Glocke sind, geben sich Kinder Trauerpausen, sind pragmatischer, sind fröhlich und unbedarft. Dann wieder sind sie traurig, lustlos und verzweifelt. Das teilweise befremdliche Verhalten rührt daher, dass Kinder die Dimension nicht kennen, eine ihnen nahestehende Person nie wiederzusehen.
Bei Jugendlichen sieht das ganz anders aus. Sie verschließen sich eher und finden schwer Zugang zu Gefühlen. Ihnen beiden ist gemein, dass sie einen festen und einfühlsamen Ansprechpartner außerhalb der Familie brauchen. Betroffene sollten sich nicht scheuen, auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Mein Therapie- und Beratungsangebot Mit meinem Therapie- und Beratungsangebot möchte ich Eltern darin unterstützen, im Umgang mit ihrem Kind bzw. Jugendlichen ein gutes und sicheres Gefühl zu haben und Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Den jungen Menschen möchte ich dabei behilflich sein, Fragen zu klären, Ängste und Sorgen auszudrücken und sich auf schwierige Situationen innerlich vorzubereiten. Familien möchte ich dazu anleiten, eine offene Kommunikation über die Schwere der Erkrankung und die damit einhergehenden Belastungen zu pflegen. Ich verstehe meine Arbeit als Prävention im Sinne einer seelischen Gesundheitsvorsorge für Kinder aller Altersstufen unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Aspekte und der Grundsätze der systemischen Sichtweise.
Meine Arbeitsmethoden Nicht das Ereignis selbst, sondern die Art und Weise, wie damit umgegangen wird, ist entscheidend für eine gute Trauerbewältigung. Die praktischen Unterstützungsangebote in meiner Arbeit mit trauernden Kindern und Jugendlichen können auch als Anregung für die Umsetzung in der Familie gesehen werden. Erlaubt und hilfreich ist jedoch im Prinzip alles, was zur Verarbeitung der existentiellen Situation positiv beitragen kann. Denn: Im Augenblick der Verzweiflung zählt nicht, was richtig oder falsch ist, sondern was hilft, weiterzuleben…
Ein Gespräch in ruhiger Atmosphäre lässt es zu, Fragen zu stellen, Gedanken und Gefühle auszudrücken und den Einstieg in das schwierige Thema zu finden, wobei der Entwicklungsstand und die geistige Reife des jungen Menschen stets Beachtung finden. Denn: Wahr ist, was verarbeitet werden kann.
Eine tröstende Umarmung gibt dem Kind und Jugendlichen Halt, wenn das Bedürfnis besteht, sich in den Arm nehmen zu lassen. Es ist nicht hilfreich, einem Kind zu sagen „sei tapfer“, wenn es anfängt zu weinen. Denn: Tränen haben heilende Wirkung.
Malen und Zeichnen eignen sich als Medium, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Zugang zu den Gedanken und Emotionen zu bekommen. Denn: Gemalte Bilder sind oft ein Schlüssel zur Seele der Kinder.
Gedichte zu schreiben und Tagebuch zu führen helfen dabei, spielerisch die Kraft der Sprache zu entdecken und neue Kräfte zu mobilisieren. Denn: Schreiben bereitet Freude und öffnet das Herz.
Über das Spielen lernen Kinder offener und freier mit ihren Themen umzugehen und ihre Fantasien und Erlebnisse auf ihre Weise zu verarbeiten. Denn: Im Spiel ist Heilung.
Atem- und Entspannungsübungen reduzieren Stress und psychische Belastung, begünstigen den Abbau von Sorgen und Ängsten und stellen das innere Gleichgewicht wieder her. Denn: Entspannung ist gut für Körper, Geist und Seele.
Trauergeschichten vorlesen, um Kindern liebevoll tröstlich und altersentsprechend den Tod zu erklären. Denn: Geschichten erzählen auch von der Hoffnung über den Tod hinaus.
Was kann uns helfen im Umgang mit den Zumutungen unseres Lebens?
Foto: Olle Inge / pixelio.de
Wie geht es Ihnen, wenn Sie Bilanz ziehen mit dem bisherigen Verlauf Ihres Lebens? Wo haben sich Ihre Wünsche und Erwartungen erfüllt oder wurden gar übertroffen? Wo wurden Sie herausgefordert, von unerwarteten oder sich langsam abzeichnenden Schicksalsschlägen? Was erscheint Ihnen zu überwiegen? Oder würden Sie diese Frage zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich beantworten?
Vielleicht geht es Ihnen wie vielen von uns. Wir sehen mit Optimismus auf die vor uns liegenden Lebensjahre und das ist gut. Denn so gewinnen wir Ideen zur Gestaltung unseres Lebens und Energie, diese umzusetzen. Wir entwickeln Kraft, im Umgang mit steigenden Anforderungen. Ähnlich wie ein Sportler der Spaß hat an der Ausübung seiner Sportart, der trainiert und dadurch Kraft und Geschicklichkeit verbessert.
Aber – ohne dass wir es erwartet oder gar eingeplant hätten, kann es Lebensereignisse geben, die unsere persönlichen Fähigkeiten übersteigen. Wiederholte Misserfolge bei der Suche nach einem adäquaten Arbeitsplatz, der unerfüllte Kinderwunsch, Enttäuschungen in der Partnerschaft, finanzielle Schwierigkeiten, die eigene schwere Erkrankung oder die eines Angehörigen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Dann sind wir herausgefordert: Aushalten, Kämpfen oder Aufgeben? Vielleicht auch eine Mischung davon? Dann brauchen wir Ressourcen, die über unsere bisherigen Fähigkeiten hinausgehen. Wo können wir diese finden?
Wir verfügen über verborgene Ressourcen, auch wenn diese bei jedem von uns anders aussehen. Nun ist ihre Stunde gekommen.
• Stärken unserer Persönlichkeit, die sich bisher nicht offenbaren mussten. • Die Beziehung zu Menschen, die uns ermutigen oder sehr konkret helfen. • Die Erinnerung an andere erfolgreich bewältigte Schwierigkeiten und die • Aktivierung dieser Kräfte. • Hilfe durch andere Menschen oder Institutionen. • Orientierung aufgrund ethischer und religiöser Wurzeln.
Um nur einige zu nennen. Als systemische Therapeutin möchte ich Sie darin unterstützen, die Herausforderungen Ihres Lebens zu bewältigen. Ich möchte dazu beitragen, dass Sie die verborgenen Ressourcen Ihrer Persönlichkeit entdecken und für sich nutzbar machen. Dann ist es möglich, auch an großen Herausforderungen nicht zu verzweifeln, sondern vielleicht sogar zu wachsen. Dann kann es gelingen, sich dem Leben wieder neu und hoffnungsvoll zu zuwenden.
Wenn im Januar bei starkem Frost der Eiswein geerntet wurde, kann dies ein Bild sein, für besondere Qualität, die erst durch unmögliche Lebensbedingungen entstehen konnte. In diesem Sinne, dürfen besondere Schwierigkeiten des Lebens auch als etwas angesehen werden, zu dem wir Mut brauchen, die uns zugemutet werden.
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